Uwe Sonntag hilft bei Erhalt der Ruscherei

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Foto: Larissa Strangmann

Ehrenamt macht glücklich, weil … man über sich hinauswachsen kann

Seit 34 Jahren lebt Uwe Sonntag in Wilhelmshaven. Geboren und aufgewachsen in Oberfranken, zog es ihn damals seines Berufes wegen in die Hafenstadt. Schnell hat der Soldat sie über die Jahre kennen und schätzen gelernt. Vor dreieinhalb Jahren entschied er sich, das Amt des Kassenwarts beim Förderverein für die Ruscherei zu übernehmen.

Kassenwart zu sein ist genau das richtige Ehrenamt für ihn. Denn das kann er auch erledigen, wenn er in Rostock ist, wo er derzeit stationiert ist. Dank Internet und Online-Banking hat er auch so alle Finanzen steht’s im Blick. Zum Wochenende hin ist er dann wieder als tatkräftige Unterstützung für anliegende Veranstaltungen dabei. ̈Von Tische rücken, über eindecken und all die Arbeiten, die gegebenenfalls anfallen. Auch im Außenbereich. Es müssen Pflanzen zurückgeschnitten, und Gerätschaften repariert werden, die wir auch anbieten, wie der Spielplatz. Es wird nie langweilig Ganz sicher nicht. ̈

Zu seiner Tätigkeit als Kassenwart kam Sonntag über seinen Vater. ̈Meine Eltern zogen irgendwann aus Süddeutschland her, vor vier oder fünf Jahren, und da mein Vater irgendwie den ersten Vorsitzenden kennengelernt, und sich dann hier in die Tierbetreuung reingefuchst. Naja, und dann wurde ich irgendwann eben auch gefragt. So schnell geht das!“ Eigentlich fand er, dass er keine Zeit habe für ein Ehrenamt.- Aber der Förderverein für die Ruscherei, die fand er so sympathisch, weil es eben nicht das übliche klassische Vereinsleben ist. Hier packen alle mit an, beseelt von dem Gedanken, dieses Gelände, dieses Gebäude so zu erhalten, wie es ist.

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Die Ruscherei war im 18. Jahrhundert ein Weidenbauernhof. ̈Der Name stammt wohl in der Ableitung der sogenannten Ruschen, das sind Binsengewächse, die damals zum Dachabdecken verwendet wurden. Also offensichtlich ist hier mal in der Vergangenheit ein größeres Feld mit diesen Schilfgewächsen gewesen und so hat sich das von Mund zu Mund über die Generationen vermutlich weitergeführt ̈ erklärt Sonntag.
Anfang der neunziger Jahre wurde die Ruscherei von einem Förderverein übernommen, der das Ziel verfolgt, den alten Stadt Bauernhof Instand zu halten. Und die Ruscherei ist Zentrumstreffpunkt. ̈Für vielerlei verschiedene Vereine, Familien, die hier feiern, das geht über Geburtstage, Beerdigungen, alles Mögliche. Und wir bieten selbst immer wieder Veranstaltungen an, die dazu dienen, mit den überbleibenden Finanzen das Gebäude, die Anlagen so weiter in einen ordnungsgemäßen Zustand zu halten. ̈
Trotz der 8 bis 15 Stunden, die Sonntag an den Wochenenden in die Arbeit für die Ruscherei steckt, braucht er sich nie aufzuraffen. ̈

Es ist eher ein Vergnügen und ein toller Ausgleich zum stressigen Berufsleben. Man hat schon das Gefühl, man tut etwas nicht weil es entlohnt wird, sondern weil der Lohn die Anerkennung ist, und man lernt hier natürlich unheimlich viele Menschen kennen. Ja, dann merkt man, wir sind auf dem richtigen Weg, das lohnt sich und das gibt einem ein positives Lebensgefühl. ̈
Nick Lange

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