Sprachdozentin Suzi Tafla-Taki kümmert sich um Flüchtlingsprojekte

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Foto: Larissa Strangmann

Ehrenamt macht glücklich, weil… „man Menschen glücklich macht.“

Mit fünf Jahren selber aus dem Libanon vor dem Krieg geflüchtet, ist Suzi Tafla-Taki heute die helfende Hand für Flüchtlinge in Wilhelmshaven. An ihre eigene Flucht erinnert sie sich nur in Bruchstücken. In Deutschland angekommen, lernte sie schnell die deutsche Sprache und half schon als kleines Kind bei Übersetzungen.

Heute ist sie 33 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie wirkt sehr ausgeglichen, herzlich und hat immer ein Lächeln parat. Suzi arbeitet seit Januar als Sprachdozentin und Übersetzerin an der VHS und kümmert sich dort um Flüchtlingsprojekte. Auch ehrenamtlich unterstützt sie Flüchtlinge rund um die Uhr bei Arztbesuchen, Übersetzungen und anfallenden Erledigungen. Flüchtlingskindern brachte sie bei sich zu Hause die deutsche Sprache bei. „Ich versuche den Leuten ein Stück zu Hause zu geben“, sagt Suzi.

Parallel dazu studiert sie an der Universität Oldenburg BWL mit juristischem Schwerpunkt. In ihrem stressigen Alltag wird sie kräftig von ihrem Ehemann und ihrer Familie unterstützt. Sie bezeichnet sich selber auch als einen totalen Familienmenschen.

Sie beschreibt sich als sehr ehrgeizig, aufgeschlossen und als einen sehr positiv denkenden Menschen.

Besonders reizt sie an der Aufgabe mit Flüchtlingen zu arbeiten, dass man den Menschen helfen kann. Sie, selber ein Flüchtlingskind, sei dabei das beste Beispiel.

Für ein weiteres Projekt des Familienzentrums West, bei dem Flüchtlinge und Deutsche jeden Montag zusammen kochen, engagiert sich Suzi auch.

Suzi hat viel zu erzählen und man merkt, dass sie liebt, was sie macht. Ihre Motivation:
„Dass ich sehe, diese Menschen machen Fortschritte. Es ist wie bei einer Mutter, die sieht wie ihr Kind laufen lernt“. Sie lobt die großen Fortschritte ihrer Kursteilnehmer und ist sehr stolz darauf, dass sich die jungen Leute und Kinder ohne große Einwände integrieren lassen und erwähnt: „Man darf ruhig Ziele haben, auch wenn man sich unsicher und hilflos fühlt, das heißt nicht, dass es immer so sein wird!“.

Suzi ist ein sehr emotionaler Mensch „Man leidet ja mit“, sagt sie. Die verschiedenen Geschichten berühren sie und sie erzählt von einem kleinen Jungen, den sie seit einem Jahr betreut und dem die Abschiebung droht. „Ich wäre sehr traurig, wenn diesen Leuten etwas passieren würde.“

Einer ihrer schönsten Momente war, als ein Teilnehmer seine Familie auf sicherem Weg nach Deutschland holen konnte. „Ich hätte die ganze Welt umarmen können“, so Suzi mit einem Lächeln.

Auf die Frage, wieso sie anderen ehrenamtliche Arbeit nur ans Herz legen kann, antwortet sie: „Ich glaube es tut der Seele gut“.

Für ihre Zukunft wünscht sie sich nach ihrem Abschluss eine Position, in der sie etwas bewirken und verändern kann.

Seit der Arbeit mit Flüchtlingen fühlt sie sich erfüllter und zufriedener. Sie sagt: „Ich habe das Gefühl, ich bin irgendwie zufriedener mit mir“.

Sabrina Schultze

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