Silvia Sedelmayr – Integrationslotsin mit viel Herz

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Foto: Larissa Strangmann

Silvia Sedelmayr – Integrationslotsin mit viel Herz

Silvia Sedelmayr ist schon seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig. „Ich bin der Meinung man kann die Füße nicht einfach hochlegen, wenn man sieht was für ein Elend gerade auf der Welt herrscht“
Nach Jahren in der Politik wurde sie immer mehr auf das aktuelle Thema der Flüchtlingssituation aufmerksam.

Vor circa zwei Jahren sah sie dann beim Durchstöbern der Zeitung die Anzeige: „Integrationslotsin gesucht“. Sogleich machte die 57-jährige bei einer Schulung mit, in der ihr wichtige Informationen über das Thema Flüchtlinge und das Zusammenleben vermittelt wurden, die sie so mit normalen Menschenverstand, wie sie sagt, gar nicht gewusst hätte. Dazu gehören zum Beispiel die Hintergründe der Geflüchteten, die kulturellen und religiösen Unterschiede und die Kommunikationsbarrieren im interkulturellen Kontext.

Zurzeit gibt es um die 40 bis 50 Integrationslotsen in Wilhelmshaven, die untereinander jedoch noch verschiedene Schwerpunkte haben. 
Silvia Sedelmayr ist für die Sprachvermittlung, Besuche zu Hause, und beim Helfen bei Ämtergängen verantwortlich. Auf die Frage, wie sie mit den Sprachbarrieren umgeht, antwortet sie: „Das geht mit Händen und Füßen und mit ganz viel Herz.“

Sie fügt an, dass es natürlich auch diverses Unterrichtmaterial, sowie Bildbände gibt um sich mit den Geflüchteten zu verständigen.

Schöne Momente erlebt die Zugezogene oft in den Notunterkünften. Wenn die Kinder schon lachend in den Hof laufen, weil sie wissen, dass gleich mit ihnen gespielt wird, oder wenn sie schon von den Gesichtern einiger ablesen kann: „Schön, dass ich dich heute gesehen habe oder gut, dass du heute für mich dagewesen bist.“, sagt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Doch es gibt auch andere Situationen, mit denen sie erst noch lernen muss umzugehen. Einmal, so berichtet sie, hat sie den Flüchtlingskindern bei Malen zugeschaut und ein Junge zeigte ihr ein selbstgemaltes Bild von einer Kriegsszene.
Auch wenn es nicht nur positive Momente gibt, die sie bei ihrer Arbeit erlebt, denkt sie nicht daran damit aufzuhören. „Solange immer noch Menschen unterwegs sind, die ihre Heimat verlieren, muss ich weitermachen.“

Marie Fleßner

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