Kerstin Beinhorn betreut Demenzkranke und deren Angehörige im Mehr-Generationen-Haus

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Foto: Larissa Strangmann

Ehrenamt – als Möglichkeit etwas zu geben

Wenn sich Kerstin Beinhorn in ihrer Gruppe trifft, dann weiß sie, dass sie das Richtige tut. „Einmal dabei, immer dabei’, lacht sie.
Jeden Montag und Donnerstag trifft sie sich mit Demenzkranken und ihren Angehörigen im Mehr-Generationen-Haus im Stadtteil Bant. Das Treffen ist ein Atemholen vom Alltag, Hilfe und Austausch zugleich.

Für viele Angehörige ist es auch eine Stunde, wo sie einmal etwas für sich tun können. Hier wissen sie ihre Demenz erkrankten Männer oder Frauen, Väter oder Mütter gut betreut. Es gibt Kaffee und Kuchen, es wird gebastelt, gesungen und gespielt. Kerstin Beinhorn ist eine von 13 Ehrenamtlichen, die sich in dem Projekt „Herz und Seele“ ehrenamtlich engagieren.

Beinhorn war schon früher in der Kinder- und Jugendarbeit in Bant ehrenamtlich tätig. Für die 39-Jährige war schon immer klar, dass sie irgendwann als Ehrenamtliche in die Gemeinde zurückkommen wird. Jetzt wo ihre Kinder mit 10 und 17 Jahren langsam aus dem Gröbsten raus sind, hat sie wieder genug Zeit um etwas zurück zu geben. „Für mich ist das hier auch kein Arbeiten. Es macht Spaß, man trifft Leute, man kann Leuten helfen, ein bisschen Zeit und Freude schenken und das ist einfach toll.“ Neben den Gruppentreffen, macht sie auch sogenannte Einzelbetreuung bei Erkranken Zuhause.

„Viele fragen, warum arbeitest du irgendwo ohne Geld zu verdienen. Doch ich habe da ja auch selber was von. Nicht nur das ich jemandem eine Freude mache, sondern die geben mir ja auch viel; Anerkennung, nette Worte und ein schönes Gefühl, das ist ja gegenseitig. Sie geben mir so viel Liebe und Geborgenheit zurück. Vor allem in der Einzelbetreuung ist schnell eine besondere Beziehung miteinander aufgebaut. „Man bekommt einen Einblick in die Familie und wird quasi als Familienmitglied aufgenommen. Das ist eine ganz andere Beziehung, als die, die bei ‚normalen‘ Pflegekräften möglich ist.“

Und ganz gemäß der Grundidee des Mehr-Generationen-Hauses, nimmt Kerstin Beinhorn auch des öfteren ihre Söhne mit in die Runde. Vor allem der Jüngere (10) erfreut sich in der Gruppe großer Beliebtheit und die Gäste freuen sich über die Ablenkung und haben ihn schon richtig in ihr Herz geschlossen. Die ehrenamtliche Arbeit ist bei den Beinhorns ein generationsübergreifendes Projekt.

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