Jens Freitag hilft älteren Menschen bei handwerklichen Tätigkeiten, Umzugsdiensten und beim Einkaufen

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Foto: Larissa Strangmann

Ehrenamtliche Arbeit macht glücklich, weil die Seele zu schwingen anfängt

Jens Freitag ist Wilhelmshavener. Vor 73 Jahren kam er hier zur Welt, aber bis vor zwei Jahren wohnte er noch in Frankfurt. Da war seine Welt die einer internationalen Bank. Er selbst hat sich vor allem um das Auslands – und Steuerrecht gekümmert. Jetzt hat er eine ganz andere Mission: er versucht mit einigen Mitstreitern Wilhelmshavens erste Nachbarschaftshilfe aufzubauen.

Erster Impuls dafür: sein Besuch bei der Ehrenamtsbörse. Hier wollte er sich einfach umschauen. Dann kam ihm die Idee: „Einfach Menschen helfen, die sich in den kleinen Dingen des Lebens selbst nicht so gut helfen können.“

Nach Monaten der Planung und Organisation wurde das Projekt im Juni öffentlich gemacht. Seitdem trifft sich Jens Freitag einmal wöchentlich in der GPS (Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Wilhelmshaven) mit seinen Kollegen, um Aufgaben, die sich über die Woche angesammelt haben zu besprechen und zu verteilen. Die Nachbarschaftshelfer besuchen ältere Menschen, gehen mit ihnen einkaufen, helfen bei handwerklichen Tätigkeiten und Umzugsdiensten. Jens Freitag hilft hauptsächlich beim Einkaufen. „Dabei redet man über das ein oder andere! Es sind keine spektakulären Dinge, aber dieses Helfen im Alltag hilft schon ein bisschen weiter.“
Doch nicht nur dafür ist er zuständig. Er muss auch, wie er findet, die etwas unbeliebteren Aufgaben übernehmen, nämlich die Aufträge, die eingehen registrieren und dokumentieren.

Als Ehrenamt hätte sich Jens Freitag auch die Betreuung von ehemaligen Straftätern vorstellen können. Oder er hätte gerne einen Lesekreis gegründet. Oder eine Kochgruppe. „Ältere Menschen waren mir dann aber doch wichtiger“, schmunzelt er.
Seine ehrenamtliche Tätigkeit stieß in seinem näheren Bekanntenkreis zunächst auf Verwunderung, doch mittlerweile ist er nicht mehr der einzige in der Familie, der versucht anderen Menschen zu helfen. Seine zwei Söhne sind auch tatkräftig mit dabei. Einer von ihnen hilft auch in einer Kirchengemeinde und der andere sammelt gerade Sponsoren, um ein Waisenhaus zu errichten. „Wir bestärken uns gegenseitig“, sagt Jens Freitag stolz.
Motivation braucht Jens Freitag für seine Arbeit nicht: „Wenn ich morgens aufwache sag ich mir immer, heute ist der schönste Tag, der noch vor mir liegt.“
Marie Fleßner

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