Heidi Heidler erteilt Deutschkurs für Flüchtlinge

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Foto: Larissa Strangmann

„Wi seggt Moin, Moin! Herzlich Willkommen!“

Mit einem Lied „Wi seggt Moin, Moin“ beginnt der Deutschkurs für Flüchtlinge in dem Gemeindehaus der Banter Kirche. Das Haus wirkt sehr einladend und man fühlt sich sofort wohl. Die Stimmung ist sehr gelassen und jeder der Teilnehmer singt fleißig mit. Jeden Mittwoch lehrt Frau Heidler seit Mai 2015, mit vier weitere ehrenamtliche Frauen, den Flüchtlingen die Basis der deutschen Sprache. „Da muss man doch was tun!“, so Heidler.

Die Teilnahme ist freiwillig und die Gruppe sehr gemischt. „Von Null bis zum Akademiker ist alles dabei“, sagt sie. Diese Mischung macht es spannend, aber gleichzeitig auch zu einer Herausforderung. Oft ist eine individuelle Betreuung notwendig, weil nicht alle Kursteilnehmer über den selben Leistungsstand verfügen.

Frau Heidler ist 65 Jahre alt, immer zu Scherzen bereit und in Wilhelmshaven geboren. Vor ihrem Ehrenamt war sie Lehrerin und hat die Grundschule Roffhausen geleitet. „Die Arbeit mit Kindern hat sehr viel Spaß gemacht“, schwärmt sie. Das Team des Sprachkurses kennen sich teilweise noch aus der Schulzeit, denn auch sie waren teilweise Lehrerinnen, was auch die liebevoll erstellten Arbeitsblätter für den Kurs erahnen lassen.
Für Frau Heidler ist der Sprachkurs ein fester Punkt in der Woche, der Freude macht und Spaß bringt, weil man so viel zurück bekommt und merkt, dass man gebraucht wird.
Sie erzählt von vielen schönen Momente in ihrem Ehrenamt. Ein ganz besonderer ist die Taufe eines Kindes von einer Kursteilnehmerin, für das sie die Patenschaft übernommen hat. „Es ist so schön die Kinder wachsen zu sehen“, erzählt Frau Heidler.

Einem anderen Flüchtling half sie bei der Wohnungssuche und bekam als Dankeschön einen Topf mit Margeriten und den Worten „Mami, ich wollte mich bedanken“, von ihm überreicht. „Da habe ich mich ganz tüchtig gefreut“, erzählt sie überglücklich. Doch es gibt auch traurige Momente. Flüchtlingsfamilien, denen die Abschiebung droht und die plötzlich nicht mehr da sind, erzählt uns Frau Heidler nachdenklich.
Der Unterschied zu ihrem früheren Job ist das freie Arbeiten, ohne Druck, „Keine Zeugnisse und Bewertungen mehr“.

Heidi Heidler verreist gerne. Im letzten Jahr besuchte sie gemeinsam mit der Banter Kirche den Kirchentag in Berlin und nächstes Jahr ist Irland das Ziel. „Dann schreibe ich Tagebuch“, sagt sie. „In Erinnerungen schwelgen“, durch Texte und Fotos. „Diese richtigen Fotos haben mehr Seele“, erzählt sie lachend.
Auf die Frage was ihre persönlichen Ziele sind, antwortet sie : „Ich möchte einfach nur weitermachen!“

Sabrina Schultze

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