Ehemaliger Marine Soldat Klaus Niederehe als Schiffsbesucher für die Seemannsmission

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Foto: Larissa Strangmann

Ehrenamtliche Arbeit macht glücklich, weil . . . „man sich engagieren kann und dabei auch ein Erfolgserlebnis sieht.“

30 Jahre hat Klaus Niderehe als Marine-Soldat gedient und die Weltmeere bereist. Vor circa drei Jahren hat er beschlossen, sich für die deutsche Seemannsmission in Wilhelmshaven zu engagieren und setzt sich seit dem mit Herz und Seele für Seefahrer ein, die in Wilhelmshaven anlegen, um Ladung zu löschen oder zu übernehmen.
Auf die deutsche Seemannsmission wurde er durch einen ehemaligen Kameraden aufmerksam. „Ich bin da gebraucht worden. Was da draußen passiert, das kann man sich hier nicht vorstellen im Binnenland, und das wollte ich gern mal sehen”, erzählt Niderehe. Einmal in der Woche von 9 bis ca. 20 Uhr ist er seit dem als sogenannter Schiffsbesucher unterwegs.

Die Deutsche Seemannsmission ist eine evangelische Sozialeinrichtung für Seeleute, die seit
1898 besteht. Sie ist in der „International Christian Maritime Association“ organisiert und hat siebzehn Stationen in Deutschland. Die Station in Wilhelmshaven liegt in der Hegelstraße 11. Niderehes Arbeit besteht darin, auf die anlegenden Schiffe zu gehen und sich um die Seeleute zu kümmern. Dies geschieht meist zur Mittagszeit, weil dann fast alle Besatzungsmitglieder wach sind. Vorher beziehungsweise hinterher erreicht man nur die Wache.“ Wir vermitteln dort Telefonkarten, deswegen gehen wir eigentlich an Bord. Und wegen den Zeitungen in Landessprache. Deswegen fragen wir bei der Vorbereitung für den Schiffsbesuch bei den hiesigen Schiffsagenturen, wie Neptun oder Frachtkontor Junge nach den Nationalitäten der Besatzungsmitlgieder (…) und versuchen dann aus dem Internet die entsprechenden Tageszeitungen rauszusuchen. Die drucken wir aus und packen unsere Päckchen. Die Philipinos hätten ganz gern noch ein paar Lollis”, erklärt Niderehe mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Telefonkarten sind Spezialkarten, die die deutsche Seemannsmission aus England bekommt. Sie kosten pro Stück ungefähr 10 Euro, und sind meist die einzige Möglichkeit mit der Heimat zu kommunizieren. Neben der Versorgung mit materiellen Gütern sind die Schiffsbesucher auch die erste Anlaufstelle für Sorgen und Nöte.

Warum sich Niderehe dafür einsetzt, ist ganz einfach: ”Die Menschen kennenlernen und denen auch mal einen Gefallen tun. Ich weiß ja wie dreckig es denen geht. Klingt banal, (…) wenn ich da von Bord gehe und habe 5 Karten aktiviert, etliche verlängert und sehe in die strahlenden Gesichter von den Jungs, dann bin ich froh“.

Ehrenamtliche Arbeit sieht Niderehe vor allem als Möglichkeit für Jüngere, die andere Seite des Lebens zu sehen. “Mal zu gucken, wie andere ihr Geld verdienen, wie schwer andere arbeiten müssen und wofür, und unter welchen Bedingungen! Das kann man dann den jüngeren Menschen vermitteln.“

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